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Wie wird die EEG-Vergütung bei einem nachträglichen Zubau weiterer PV-Module zu einer bestehenden PV-Installation berechnet?

Die Vergütung einer bereits bestehenden Solaranlage bleibt beim Zubau weiterer Anlagen bestehen. Für die nachträglich zugebauten weiteren Solaranlagen erfolgt eine neue Berechnung der EEG-Vergütung. Denn nach dem EEG ist jedes neue Modul eine Anlage mit einem eigenen Inbetriebnahmedatum und entsprechendem eigenen Vergütungssatz.

Werden nach einem Degressionsschritt Solaranlagen hinzugebaut, besteht für die hinzugekommenen Anlagen in Abhängigkeit vom jeweiligen Inbetriebnahmezeitpunkt ein anderer Vergütungsanspruch als für die bereits zuvor betriebenen. In diesem Fall ist die Vergütung für den Strom aus den zu einem früheren Zeitpunkt in Betrieb genommenen Anlagen gegenüber den später neu installierten gesondert zu berechnen. Darauf hat die Clearingstelle bereits in ihrer Empfehlung 2009/5 - »Anlagenzubau bei Fotovoltaikanlagen über den Jahreswechsel 2008/2009« hingewiesen.

Auch wenn eine gesonderte Vergütungsberechnung erforderlich ist, kann der Strom aus den Solaranlagen über eine gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet werden (vgl. § 24 Absatz 3 EEG 2021). Die insgesamt erzeugte Strommenge wird rechnerisch den zu einem früheren Zeitpunkt in Betrieb genommenen Anlagen einerseits und den neu installierten Anlagen andererseits nach der jeweils installierten elektrischen Leistung zugeordnet bzw. aufgeteilt. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag »Können mehrere Anlagen mit verschiedenen Inbetriebnahmedaten über eine gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet werden?«

Bitte beachten Sie jedoch, dass der Strom dann nicht über eine gemeinsame Messeinrichtung abgerechnet werden kann, wenn eine der Solaranlagen unter das sog. Marktintegrationsmodell (vgl. § 33 Absatz 1 und Absatz 4 EEG 2012) fällt. Lesen dazu bitte auch unsere Häufige Rechtsfrage  »Wie kann Strom aus Installationen, die aus EEG-2014-Anlagen und Marktintegrationsmodell-PV-Anlagen bestehen, messtechnisch erfasst werden?«

Falls infolge des Zubaus von Solaranlagen die 750-kW-Schwelle des § 22 Absatz 3 EEG 2021 überschritten wird, beachten Sie bitte die Ausführungen der Clearingstelle im Votum 2018/30 und in unserer Häufigen Rechtsfrage »Behält eine 750-kW-PV-Installation den Anspruch auf die gesetzliche Marktprämie, wenn später eine PV-Installation größer 750 kW zugebaut wird und die Voraussetzungen der Anlagenzusammenfassung vorliegen?«

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