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Wie kann die sogenannte 70-Prozent-Regelung im Rahmen der technischen Vorgaben zum Einspeisemanagement umgesetzt werden?

Gemäß § 9 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b EEG 2017 bzw. dessen Vorgängerregelungen können Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber von PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 kW ihren Pflichten dadurch nachkommen, dass sie „am Verknüpfungspunkt ihrer Anlage mit dem Netz die maximale Wirkleistungseinspeisung auf 70 Prozent der installierten Leistung begrenzen.“

Diese Anforderung wird oft durch eine Einstellung am Wechselrichter realisiert, die bewirkt, dass dieser nicht mehr als 70 Prozent der installierten Leistung an das Netz der allgemeinen Versorgung abgibt. Grundsätzlich kann die Umsetzung aber auch durch Einsatz eines Managementsystems erfolgen. Voraussetzung ist dann, dass durch das eingesetze Monitoring- und Steuerungssystem technisch sichergestellt wird, dass am Netzverknüpfungspunkt nicht mehr als 70 Prozent der installierten Leistung eingespeist werden. Zum Nachweis dieser Eigenschaft kommen insbesondere Herstellerunterlagen in Frage, aus denen mindestens Funktionsweise und Fehlergrenzen des Systems hervorgehen, sowie Installateursbescheinigungen, die die Angaben des Anlagenbetreibers bestätigen (siehe dazu auch Empfehlung 2014/31, Randnummer 35, Fußnote 24.)

Die 70-Prozent-Grenze kann im Grundsatz auch durch den technischen Aufbau von Solaranlagen und den Eigenverbrauch, der etwaige Erzeugungsspitzen im relevanten Umfang abfängt, eingehalten werden. Hierzu ist nachzuweisen, dass sichergestellt ist, dass durch den technischen Aufbau und den Eigenverbrauch etwaige Erzeugungsspitzen abgefangen werden und die Wirkleistungseinspeisung am Verknüpfungspunkt zu keinem Zeitpunkt 70 Prozent der installierten Leistung überschreitet (vgl. Schiedsspruch 2019/4).

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