Behält meine PV-Anlage den zum Inbetriebnahmezeitpunkt geltenden Vergütungssatz, wenn ich sie später versetze?

Häufige Frage

Wird ein PV-Modul nach dem 31. Dezember 2008 versetzt, so lässt dies sowohl den Inbetriebnahmezeitpunkt als auch den Vergütungszeitraum unberührt.

Gleiches gilt für den Vergütungssatz, wenn der bisherige Vergütungstatbestand auch nach dem Versetzen weiterhin erfüllt ist, wenn also z.B. die Module vom Dach eines Wohngebäudes auf ein anderes Wohngebäude versetzt werden. Anzusetzen ist dabei der Vergütungssatz, der für den in der jeweiligen PV-Anlage erzeugten Strom zu zahlen ist. Inwiefern eine eventuelle Anlagenzusammenfassung mit am Ort der Neuinstallation bereits installierten PV-Anlagen zu berücksichtigen ist, ist im Einzelfall zu prüfen. In ihrem Votum 2017/53 hatte die Clearingstelle die Frage der Anlagenzusammenfassung für den Einzelfall verneint, in diesem Fall behalten beide PV-Installationen den jeweiligen vorherigen Vergütungssatz. Im Fall der Anlagenzusammenfassung ist der Vergütungssatz entsprechend anzupassen. Wird z.B. ein Modul mit Inbetriebnahme im Jahr 2009 aus einer Installation mit 7 kW versetzt und einer bestehenden Installation mit mehr als 30 kW hinzugebaut und sind diese im Einzelfall zusammenzufassen, so ist die Vergütung für den darin erzeugten Strom nicht mehr nach § 33 Abs. 1 Nr. 1, sondern nach § 33 Abs. 1 Nr. 2 EEG 2009 zu zahlen.

Unberührt bleibt hingegen bei PV-Modulen, auf die § 33 EEG 2009 bzw. EEG 2012 in der bis zum 31. März 2012 geltenden Fassung anzuwenden ist, die Möglichkeit, auch nach dem 1. April 2012 auf den vergüteten Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung umzustellen. Werden Module mit einem Inbetriebnahmedatum ab dem 1. April 2012 auf den Eigenverbrauch umgestellt, besteht hingegen kein Vergütungsanspruch für den selbst verbrauchten Strom. Zu berücksichtigen ist in allen Fällen die Regelung zur EEG-Umlage bei der Eigenversorgung.

Soll nach dem Versetzen ein anderer Vergütungstatbestand geltend gemacht werden, z.B. weil eine ehemalige PV-Dachanlage auf eine Freifläche versetzt wird, so setzt dies voraus, dass die im Zeitpunkt des Versetzens geltende Fassung des EEG einen entsprechenden Vergütungstatbestand noch vorsieht. Der Vergütungssatz richtet sich in einem solchen Fall weiterhin nach der im Zeitpunkt der Inbetriebnahme geltenden Fassung. Die Degressionsvorschriften sind nicht (erneut) anzuwenden.

Ist das Versetzen von PV-Anlagen mit einem neuen Netzanschluss verbunden, sind die jeweils zum Zeitpunkt des Neuanschlusses gemäß EEG geltenden technischen Anforderungen einzuhalten.

Nähere Ausführungen zum Versetzen von PV-Anlagen, einschließlich den dabei zu berücksichtigenden Mitteilungspflichten, finden Sie in dem Hinweis 2012/21 der Clearingstelle EEG.

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