Welche steuerrechtlichen Auswirkungen hat der Direktverbrauch von Strom aus Solaranlagen?

Häufige Frage  – Schlagworte: Eigenverversorgung

erstellt am: 

16.04.2009

Textfassung vom: 

07.01.2019

zuletzt geprüft am: 

11.02.2019

Gesetzesbezug: 

Anlagenbetreiberinnen und -betreiber oder Dritte können unter bestimmten Umständen gemäß § 33 Abs. 2 EEG 2009 bzw. § 33 Abs. 2 EEG 2012 in der bis zum 31. März 2012 geltenden Fassung den Strom aus Solaranlagen selbst verbrauchen und dafür eine Eigenverbrauchsvergütung beanspruchen. Das Bundesfinanzminsterium (BMF) hat am 1. April 2009 in einem Schreiben an die Obersten Finanzbehörden der Länder zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung des sog. Direktverbrauchs, zur Frage der Bemessungsgrundlage des Direktverbrauchs bei Solaranlagen und zum Vorsteuerabzug des Anlagenbetreibers Stellung genommen. Das Schreiben wurde im Bundessteuerblatt (BStBl.) Teil I 2009, S. 523 veröffentlicht und in der Zeitschrift „Der Betrieb“ (DB), Heft 15, 2009, S. 764-765 abgedruckt.

Für den Eigenverbrauch von Strom aus Solaranlagen, auf die das EEG 2012 in der seit dem 1. April 2012 geltenden Fassung anzuwenden ist, ist keine Eigenverbrauchsvergütung nach dem EEG mehr zu zahlen. Das BMF hat in seinem Schreiben vom 19. September 2014 (GZ: IV D 2 - S 7124/12/10001-02) zu der Frage, wie sich die Abschaffung der Eigenverbrauchsvergütung auf die steuerrechtliche Behandlung des Eigenverbrauchs auswirkt, Stellung genommen und u.a. klargestellt, dass die umsatzsteuerrechtliche Fiktion der Hin- und Rücklieferung des dezentral verbrauchten Stroms nunmehr lediglich für sog. Bestandsanlagen gilt, bei denen der Eigenverbrauchsbonus weiterhin gezahlt wird.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat zu Rechtsfragen des Eigen- und Direktverbrauchs von Strom aus Solaranlagen ein juristisches Gutachten erstellen lassen. In diesem Gutachten werden insbesondere juristische Fragen des Eigen- und des Direktverbrauchs von PV-Strom bezüglich der Pflichten zur Zahlung von Umlagen, Abgaben und Steuern und zu den weiteren Pflichten aus dem Energiewirtschaftsrecht untersucht. Das Gutachten vom 30. April 2013 finden Sie im Anhang.

Des Weiteren hat das Bayerische Landesamt für Steuern im August 2015 eine „Hilfe zu PV-Anlagen“ hinsichtlich der umsatz-,  einkommens- und gewerbesteuerlichen Behandlung von Solaranlagen sowie zu Fragen des Steuerabzugs bei Bauleistungen veröffentlicht (s. Anhang).

Bitte beachten Sie im Übrigen, dass die Clearingstelle nur zur Auslegung und Anwendung des EEG und KWKG berufen ist. Wenn Sie weitergehende steuerrechtliche Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Steuerberaterinnen oder Steuerberater, Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte oder an Ihr Finanzamt.

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