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Muss bei Eigenversorgungs-PV-Anlagen bis zu 10 kW installierter Leistung aufgrund einer etwaigen EEG-Umlagepflicht die Erzeugung messtechnisch erfasst werden ?

Nur in bestimmten, praktisch eher seltenen Fällen.

Die Erzeugung von Strom aus einer PV-Installation mit maximal 10 kWp muss messtechnisch nur dann erfasst werden, wenn sie mehr als 10 MWh pro Kalenderjahr erzeugen und der Eigenverbrauch mehr als 10 MWh betragen kann. Das ist nur dann der Fall, wenn aufgrund

  • der installierten Leistung, 
  • des aufgrund der Strahlungswerte am Standort maximal erwartbaren Jahresertrages und
  • des konkreten Eigenversorgungskonzeptes

nicht auszuschließen ist, dass der Eigenversorger in seiner Anlage mehr als 10 MWh pro Kalenderjahr erzeugt und selbst verbraucht. Dabei ist für die gegenwärtig verfügbaren Modultypen davon auszugehen, dass die Schwelle von 10 MWh jedenfalls bei PV-Installationen mit bis zu 7,69 kWp nicht überschritten werden kann (dazu im Einzelnen Empfehlung 2014/31 der Clearingstelle, Rn. 89 ff.).

Die Clearingstelle empfiehlt für die sogenannte De-minimis-Regelung folgendes gestuftes Darlegungskonzept (zur sogenannten De-minimis-Regelung im Einzelnen Empfehlung 2014/31 der Clearingstelle, Abschnitt 5.1, Rn. 100.):

  1. Die installierte Leistung der PV-Installation (Nennleistung der Module in kWp gemäß Herstellerunterlagen) ist dem Netzbetreiber ohnehin bekannt. Bei PV-Installationen mit einer installierten Leistung bis 7,69 kWp sind keine weiteren Darlegungen erforderlich; es ist kein Erzeugungszähler vorzuhalten.
  2. Bei Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 7,69 kWp hat der Eigenversorger den daraus resultierenden maximal erwartbaren Jahresertrag unter besonderer Berücksichtigung der geografischen Lage der PV-Installation nachvollziehbar und schlüssig darzulegen; z.B. mit Hilfe im Internet verfügbarer PV-Ertragsrechner. Liegt der maximal erwartbare Jahresertrag unter 10 MWh, sind keine weiteren Darlegungen erforderlich; es ist kein Erzeugungszähler vorzuhalten.
  3. Liegt der erwartbare Jahresertrag im Falle von Nr. 2 über 10 MWh, hat der Eigenversorger gegenüber dem Netzbetreiber nachvollziehbar und schlüssig darzulegen, dass aufgrund des konkreten Eigenversorgungskonzeptes der Eigenverbrauch jedenfalls nicht mehr als 10 MWh pro Jahr betragen wird. Dies umfasst eine kurze Darstellung des Eigenverbrauchskonzeptes ggf. mit Speicher (einschließlich technischer Daten) und Mess-Schaltbild. Für den Fall, dass keine Speicher in die Kundenanlage eingebunden sind, kann bei Standard-Haushaltsverbrauchern von einem Eigenverbrauchsanteil von maximal 30 % ausgegangen werden, so dass hier kein gesonderter Erzeugungszähler erforderlich ist.
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