PV-Eigenverbrauch: Welche Regelungen gelten für welche Anlagen?

Häufige Frage  – Schlagworte: Eigenversorgung · Messung · Netzanbindung · Übergangsbestimmungen

erstellt am: 

09.08.2012

Textfassung vom: 

13.02.2018

zuletzt geprüft am: 

08.10.2018

Ob der Eigenverbrauch von Solarstrom aus sog. Gebäudeanlagen vergütet wird und welche Voraussetzungen - bspw. hinsichtlich der zulässigen Anlagengröße und der Messanordnung - dabei zu beachten sind, hängt entscheidend vom Inbetriebnahmezeitpunkt der jeweiligen Anlage ab:

Inbetriebnahme Vergüteter Eigenverbrauch möglich? Rechtsgrundlage Bis zu einer Leistung von einschließlich ... Vergütungssatz und Degression Messanordnung
vor 1. Januar 2009 Nein, nur unvergütet. Empfehlung 2008/20, Abschnitt 5.4
1. Januar 2009 bis 30. Juni 2010 Ja. § 33 Abs. 2 EEG 2009 in der am 30. Juni 2010 geltenden Fassung; § 66 Abs. 4 EEG 2009 in der ab dem 1. Juli 2010 geltenden Fassung. 30 kW eigenverbrauchte Strommenge x 25,01 ct/kWh Empfehlung 2011/2/2, Abschnitt 4
1. Juli 2010 bis 31. März 2012 Ja. § 33 Abs. 2 EEG 2009 in der ab dem 1. Juli 2010 geltenden Fassung; § 33 Abs. 2 EEG 2012 in der am 31. März 2012 geltenden Fassung; § 66 Abs. 18 Satz 1 EEG 2012 in der ab dem 1. April 2012 geltenden Fassung. 500 kW s. Empfehlung 2011/2/1, Rn. 121 ff. Empfehlung 2011/2/2, Abschnitt 4
1. April bis 30. Juni 2012 Ja, sofern für die Anlage vor dem 24. Februar 2012 nachweislich ein schriftliches oder elektronisches Netzanschlussbegehren unter Angabe des genauen Standortes und der zu installierenden Leistung der Anlage gestellt worden ist. § 33 Abs. 2 EEG 2012 in der am 31. März 2012 geltenden Fassung; § 66 Abs. 18 Satz 2 EEG 2012 in der ab dem 1. April 2012 geltenden Fassung. 500 kW s. Empfehlung 2011/2/1, Rn. 121 ff. Empfehlung 2011/2/2, Abschnitt 4
ab dem 1. Juli 2012 Nein, nur unvergütet. Empfehlung 2008/20, Abschnitt 5.4(*)
ab dem 1. August 2014 Nein, nur unvergütet. Empfehlung 2014/31, Abschnitt 5
ab dem 1. Januar 2017 Nein, nur unvergütet. Empfehlung 2014/31, Abschnitt 5
ab dem 25. Juli 2017 Nein. Aber Mieterstromzuschlag, sofern die weiteren Bedingungen erfüllt sind. § 23 Abs. 1 EEG 2017 in der ab dem 25. Juli 2017 geltenden Fassung 100 kW je Wohngebäude

Die Höhe des Mieterstromzuschlags ergibt sich durch
Abzug von 8,5 Cent/KWh gegenüber der jeweiligen  Einspeisevergütung (bzw. dem jeweiligen anzulegenden Wert). s. Hinweis der BNetzA zum MieterstromG sowie Hinweis 2017/46 der Clearingstelle

 

 

Nicht entscheidend ist, wann die Entscheidung für den Eigenverbrauch getroffen wird. Ein Wechsel zwischen Voll- und Überschusseinspeisung ist dem Netzbetreiber jedoch rechtzeitig vorab anzuzeigen (s. Empfehlung 2011/2/1, Rn. 101 ff.).

Zu berücksichtigen ist, dass für Anlagen, die ab dem 1. August 2014 in Betrieb genommen worden sind, grundsätzlich auf den Eigenverbrauch die EEG-Umlage zu zahlen ist. Für bestimmte Bestandsanlagen sind Ausnahmen geregelt. Beispielsweise kann u.a. Strom aus Bestandsanlagen, die bereits vor dem 1. August 2014 als Eigenverbrauchsanlagen betrieben wurden, von der Umlage befreit sein. Gleiches gilt für Anlagen bis zu einer Leistung von 10 kW für eine Menge von maximal 10 MWh pro Jahr.

(*)Zu beachten ist, dass für alle unter das EEG 2012 in der seit dem 1. April 2012 geltenden Fassung fallenden PV-Gebäudeanlagen mit einer Inbetriebnahme nach dem 31. März 2012 und einer Leistung von mehr als 10 kW bis einschließlich einer installierten Leistung von 1000 kW ab dem 1. Januar 2014 das »Marktintegrationsmodell« (§ 33 EEG 2012 in der ab dem 1. April 2012 geltenden Fassung) anzuwenden ist. Dies hat zur Folge, dass bei diesen Anlagen ab dem 1. Januar 2014 nur noch maximal 90 % des in der PV-Installation erzeugten Stroms vergütet wird. Zur Messung beim Marktintegrationsmodell (§ 33 Abs. 4 EEG 2012) hat die Clearingstelle den Hinweis 2013/19 beschlossen. Soll der nicht vergütungsfähige Strom von der Anlagenbetreiberin oder dem Anlagenbetreiber selbst (ohne gesetzlichen Vergütungsanspruch) verbraucht werden, so ist die Messanordnung wie im Grundfall des (vergüteten) Eigenverbrauchs (Empfehlung 2011/2/2, Abschnitt 4.2) anzuwenden.

Für Anlagen, die ab dem 1. August 2014 in Betrieb genommen worden sind, gilt das Marktintegrationsmodell nicht mehr.

 

 

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