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Dürfen PV-Kleinstanlagen (»Plug&Play-Anlagen«, »Steckersolaranlagen«) über die Steckdose an das Hausnetz angeschlossen werden?

Das EEG steht dem Anschluss von PV-Kleinstanlagen über die Steckdose an das Hausnetz (sog. Plug&Play-Anlagen) nicht entgegen. Die Betreiberinnen und Betreiber von solchen Anlagen sind jedoch grundsätzlich verpflichtet, allgemeine Anforderungen einzuhalten, die das EEG an Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien stellt:

  • Die Anlagen sind mit einer technischen Einrichtung auszustatten, mit der der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann oder mit der am Netzverknüpfungspunkt die Einspeiseleistung auf 70% der installierten Leistung begrenzt werden kann; wird keine technische Einrichtung eingebaut, so reduziert sich der Vergütungsanspruch gemäß den jeweils anzuwendenden Regelungen des EEG.
  • Die im Einzelfall notwendigen technischen Anforderungen des Netzbetreibers und § 49 des EnWG sind einzuhalten, insbesondere ist die technische Sicherheit zu gewährleisten und die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
  • Der Anschluss von Anlagen mit einer Scheinleistung von bis zu 600 VA (entspricht etwa einer installierten Leistung von 600 Watt) sowie die Anmeldung beim Netzbetreiber darf durch den Anlagenbetreiber selbst erfolgen, oberhalb dieser Leistungsgrenze ist dies vom Netzbetreiber oder einem beim Netzbetreiber eingetragenen Elektroinstallateur vorzunehmen (siehe auch VDE-AR-N 4105, Abschnitt 5.5.3).
  • Die Einrichtung und der Betrieb der notwendigen Messeinrichtungen einschließlich der Messung sind vom Netzbetreiber. Alternativ können Anlagenbetreiberinnen und -betreiber nach § 5 Abs. 2 MsbG einen Dritten mit dem Messstellenbetrieb beauftragen oder diesen nach § 10a Abs 1 EEG 2014/2017 selbst durchführen, sofern ein einwandfreier Messstellenbetrieb nach Maßgabe des MsbG gewährleistet ist. (Mehr zum einwandfreien Messstellenbetrieb erfahren Sie in der Empfehlung 2016/26.)
  • Die Anlage ist an das Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur zu melden; andernfalls verringert sich der Vergütungsanspruch gemäß den jeweils anzuwendenden Regelungen des EEG.
  • Nach § 74a Abs. 1 Satz 3 EEG 2017 entfallen für Stromerzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung bis 1 kW sowie für Solaranlagen mit einer installierten Leistung bis 7 kW bestimmte Meldepflichten zur EEG-Umlage in Eigenversorgungskonstellationen.

Die Zulässigkeit nach anderen Gesetzen und technischen Regelwerken fällt nicht in die Zuständigkeit der Clearingstelle EEG|KWKG. Hierzu hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE (VDE|DKE) im Mai 2018 die Vornorm DIN VDE V 0100-551-1 veröffentlicht. Der nächste Schritt wird die Fertigstellung der Produktnorm sein, um die Anforderungen an die anzuschließenden steckbaren Solarmodule festzulegen.

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