Wann und wie ändern sich die Vergütungssätze für PV-Strom?

Häufige Frage
Rechtslage unter dem EEG 2009:

Das EEG 2009 sah vor, dass ab dem 1. Januar 2009 die Vergütungssätze für neu in Betrieb genommene PV-Anlagen je nach Anlagenart jährlich um einen bestimmten Prozentsatz sanken. Diese "Degression" war in § 20 Abs. 2 Nr. 8 EEG 2009 (Stand: 29. Dezember 2008) bzw. mit der PV-Novelle 2010 ab 1. Juli 2010 zusätzlich in § 20 Abs. 4 EEG 2009 (Stand: 18. August 2010) geregelt.

Diese Degression erhöhte oder verringerte sich zudem um bestimmte Prozentsätze, falls die Leistung der neu hinzugebauten und bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) registrierten PV-Anlagen in einem festgelegten Zeitraum bestimmte Schwellenwerte über- oder unterstieg. Dieser "Zubaukorridor" war in § 20 Abs. 2a EEG 2009 (Stand: 29. Dezember 2008) bzw. in § 20 Abs. 3 EEG 2009 (Stand: 18. August 2010) enthalten. Im Jahr 2011 trat mangels Über- oder Unterschreitung des Zubaukorridors keine Erhöhung der Degression ein. Die ab 2012 vorgesehene Degression wurde durch das EEG 2012 hinfällig.

Die Vergütungssätze für die Jahre 2010 und 2011 finden Sie auch auf den Seiten der BNetzA.

Rechtslage unter dem EEG 2012:

Das EEG 2012 sah vor, dass ab dem 1. Januar 2012 die Vergütungssätze für PV-Anlagen, die nach einem bestimmten Stichtag in Betrieb genommen werden, der Höhe nach angepasst werden ("atmender Deckel"). Wie hoch diese Anpassung war, hing davon ab, wieviel nach dem EEG vergütete installierte PV-Leistung zuvor zugebaut worden ist (Zubauraten) und ob dadurch ein gesetzlich festgelegte Zubaukorridor über- oder unterschritten worden ist.

Gemäß der PV-Novelle 2012, die zum 1. April 2012 in Kraft getreten ist, sanken ab dem 1. Mai 2012 die Vergütungssätze für jeweils ab dem Monatsersten neu in Betrieb genommene Anlagen monatlich um 1% (§ 20b Abs. 1 EEG 2012). Ab dem 1. November 2012 konnten - je nach Zubauzahlen - diese monatlichen Degressionsschritte höher oder niedriger ausfallen (§ 20b Abs. 2 bis 9 EEG 2012), wobei die Anpassung alle drei Monate vorgenommen wurde.

Die Vergütungssätze für Januar 2012 bis Juli 2014 finden Sie auch auf den Seiten der BNetzA.

Rechtslage unter dem EEG 2014:

Das EEG 2014, das ab dem 1. August 2014 galt, enthielt ähnliche Regelungen. Die monatliche Absenkung betrug zunächst 0,5 % ("Basisdegression", § 31 Abs. 2 Satz 1 EEG 2014). Zum 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober jedes Jahres wurde dieser Wert erhöht oder gesenkt. Ob sich die Degressionsschritte änderten, hing davon ab, ob bzw. inwieweit der in § 31 Abs. 1 EEG 2014 vorgesehene Zielkorridor von 2400 bis 2600 Megawatt pro Jahr über- oder unterschritten wurde (§ 31 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Abs. 3 und 4 EEG 2014). Ab Oktober 2015 wurde die Degression erstmals auf null gesetzt, weil der Brutto-Zubau den Zielkorridor um mehr als 900 MW unterschritt.

Rechtslage unter dem EEG 2017:

Das EEG 2017, das seit dem 1. Januar 2017 gilt, gleicht hinsichtlich der Degressionsberechnung im Wesentlichen dem EEG 2014. Die monatliche Absenkung beträgt zunächst 0,5 % ("Basisdegression", § 49 Abs. 1 Satz 1 EEG 2014). Zum 1. Februar, 1. Mai, 1. August und 1. November jedes Jahres wird dieser Wert angepasst. Ob sich die Degressionsschritte ändern, hängt davon ab, ob bzw. inwieweit der Zielkorridor von 2500 Megawatt pro Jahr über- oder unterschritten wird (§ 49 Abs. 2 und 3 EEG 2017).
Mit dem Energiesammelgesetz wurde zudem der anzulegende Wert nach § 48 Abs. 2 Nr. 3 EEG 2017 für Anlagen mit einer installierten Leistung zwischen 40 und 750 kW über die Monate Februar, März und April 2019 auf 9,87 ct, 9,39 und 8,9 ct je kWh verringert.

Weitere Informationen:

Die BNetzA veröffentlicht (seit August 2014) fortlaufend auf ihren Internetseiten die im jeweils maßgeblichen Zeitraum zugebaute Leistung sowie die daraus abzuleitende Höhe der Vergütungssätze für neu in Betrieb genommene PV-Anlagen.

Den Wortlaut der verschiedenen EEG-Vorschriften können Sie in unseren Arbeitsausgaben zum EEG 2009, EEG 2012, EEG 2014 und EEG 2017 nachlesen. Im Anhang finden Sie ferner Übersichten der BNetzA mit den jeweils degressionsbedingt berechneten Vergütungssätzen, auf die wir unverbindlich hinweisen.

AnhangInfomappeGröße
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PDF Icon BNetzA: Degressions- und Vergütungssätze bei Inbetriebnahme ab 01.07.2011Infomappe (+)17.51 KB
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PDF Icon BNetzA: Degressions- und Vergütungssätze bei Inbetriebnahme 01.04.2012 bis 31.07.2012Infomappe (+)45.1 KB
PDF Icon BNetzA: Degressions- und Vergütungssätze bei Inbetriebnahme 01.04.2012 bis 31.07.2014Infomappe (+)59.09 KB
PDF Icon BNetzA: Degressions- und Vergütungssätze bei Inbetriebnahme 01.08. bis 30.09.2014Infomappe (+)58.85 KB
PDF Icon BNetzA: Degressions- und Vergütungssätze bei Inbetriebnahme 01.10. bis 31.12.2014Infomappe (+)67.89 KB
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