Müssen Anlagenbetreiber/-innen Kosten für Bezugsstromzähler auch dann tragen, wenn der Bezug geringfügig ist?

Häufige Frage  – Schlagworte: Eigenverbrauch/-versorgung · Messung/Messeinrichtung · Netzanbindung

erstellt am: 

11.08.2011

Textfassung vom: 

30.05.2017

zuletzt geprüft am: 

13.02.2018

Gesetzesbezug: 

Die Rechtslage ist momentan leider nicht abschließend geklärt.

Die Clearingstelle weist darauf hin, dass sich mit Inkrafttreten des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) die Regelungen zur Messung für EEG-Anlagen grundlegend geändert haben. Zu Anwendungsfragen, die sich für EEG-Anlagen aus dem MsbG ergeben, hat die Clearingstelle EEG am 9. Mai 2017 die Empfehlung 2016/26 beschlossen.

Das MsbG enthält Preisobergrenzen für die Kosten des Messstellenbetriebs bei modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen. Für konventionelle Messtechnik (z.B. Ferrariszähler) gilt dagegen weiterhin der Grundsatz aus dem EEG, dass Betreiberinnen und Betreiber von EEG-Anlagen (nur) die notwendigen Kosten der notwendigen Messeinrichtungen zur Erfassung des gelieferten und des bezogenen Stroms tragen müssen (s. Clearingstelle, Stellungnahme 2016/42/Stn, Rn. 19 f.).

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) vertritt auf ihrer Internetseite die Auffassung, dass grundsätzlich jede Entnahme aus dem Netz sowie jede Einspeisung in das Netz eines Netzbetreibers nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) messtechnisch zu erfassen sei.

Die Schlichtungsstelle Energie hat mit ihrer  Schlichtungsempfehlung (AZ: 4615/13) vom 30. April 2014  eine Empfehlung zur Abrechnung der Bezugsseite von Fotovoltaikanlagen bei minimalem Verbrauch gegeben.

Die Clearingstelle weist ausdrücklich darauf hin, dass die vorgenannten allgemeinen Empfehlungen nicht in jedem Fall eine zufriedenstellende Lösung für die vereinfachte Abrechnung geringfügiger Bezugsstrommengen darstellen. Aufgrund der gegenwärtigen Rechtslage kann die Clearingstelle in dieser Angelegenheit keine weiterreichenden Lösungen anbieten. Es steht Betroffenen frei, sich an den Deutschen Bundestag oder ihre Wahlkreisabgeordneten zu wenden, um eine gesetzliche Lösung dieses Problems anzuregen. 

 

 

(1 Punkt = gar nicht, 5 Punkte = sehr gut; dargestellt ist der Durchschnitt)
54.0984/976
Ausführlichere Rückmeldung
Wenn Sie mögen, können Sie uns eine ausführlichere Rückmeldung zu unserer Arbeit geben (Zeitbedarf etwa 3 Minuten).